Von einem Vogelhaus, das jemand zeichnete, der von sich sagt, gar nicht malen zu können, über ein musizierendes Ententrio bis zu zwei Turnern am Reck – Kollektion 3 mit dem BRK-Ruhesitz Bayreuth zeigt, dass Kunst zeitlos ist. Verbinden kann sie Generationen aber nur, wenn jemand die Menschen zusammenbringt. Genau das ist unsere Aufgabe: Räume schaffen, in denen Begegnung entsteht – und daraus Mode machen, die diese Begegnung weiterträgt.

Lilli Liebst (77 Jahre)

Über 20 Jahre lang hatte Lilli Liebst keinen Stift mehr in der Hand, bis zur gemeinsamen Malstunde mit dem Studierenden Finn W. der Uni Bayreuth im BRK Ruhesitz. Die hat etwas in Bewegung gebracht: Seitdem malt Lilli wieder. Ihr Leben hat sie durch viele Umzüge und manch schweren Moment geführt. Ihren Humor und ihre Lebensfreude hat sie sich dabei immer bewahrt – man sieht es ihrem Ententrio auf den ersten Blick an. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie heute selbstbestimmt im Betreuten Wohnen des BRK-Ruhesitzes, eine Entscheidung, die die beiden ganz bewusst zusammen getroffen haben. Als Mitglied des Heimbeirats gestaltet Lilli das Miteinander im Haus aktiv mit. Mit 77 Jahren zeigt sie auf ihre eigene, herzliche Art, dass Selbstbestimmung und Kreativität ein Leben lang ihren Platz haben.

Helga Müller (93 Jahre)

Helga hätte von sich selbst wohl nie behauptet, Künstlerin zu sein. „Ich kann eigentlich gar nicht malen", sagt sie – und wenn sie es doch tut, dann am liebsten einfache Motive: Bäume, Häuser. Dass daraus ein Design werden würde, hätte sie sich nicht ausgemalt. Ihre Lebensgeschichte begann im heutigen Tschechien. Mit 14 Jahren kam sie nach Deutschland und verbrachte zunächst einige Monate in einem Aussiedlerlager. Ihre berufliche und persönliche Heimat fand sie später in Wunsiedel. Vier Jahrzehnte lang arbeitete sie dort als Näherin, mit viel Geduld und handwerklichem Geschick. Ein Beruf, in dem es auf ruhige Hände ankommt. Heute lebt Helga mit 93 Jahren im BRK-Ruhesitz Bayreuth. In der gemeinsamen Malstunde hat sie sich noch einmal auf etwas Neues eingelassen und zu Stift und Papier gegriffen. Ihr Vogelhaus, dass gemeinsam mit der Studierenden Antonia Nolting-Hauff entstanden ist zeigt, dass die einfachsten Dinge oft die schönsten sind – und dass Kreativität genau dort entsteht, wo man sie am wenigsten vermutet und wo Menschen zusammenkommen.

Reiner Lappe (89 Jahre)

Reiner war schon immer ein sportlicher Mensch. Besonders das Turnen hat er mit großer Leidenschaft betrieben – die Dynamik und Bewegung, die ihn sein Leben lang begleitet haben, finden sich auch in seinem Motiv wieder. Entstanden ist es bei der gemeinsamen Malstunde mit den Studierenden der Uni Bayreuth. Dabei stellte sich heraus, dass einer der Studierenden ebenfalls leidenschaftlich turnt. Aus dieser Entdeckung wurden die Turner am Reck: ein Bild über eine Gemeinsamkeit, die über sechs Jahrzehnte hinweg reicht. Mit 89 Jahren bleibt Reiner am liebsten im Hintergrund und steht nicht gern im Mittelpunkt. Sein Motiv erzählt trotzdem eine klare Geschichte – von Ausdauer, Beständigkeit und davon, dass sich Weitermachen lohnt.

Raymund unger (89 Jahre)

Raymunds Kunstwerk aus wiederkehrenden Formen erinnert an das Auf und Ab des Lebens selbst. In deckenden Farben entfaltet sich das Motiv als zeitlose Erinnerung daran, dass Kreativität keine Frage des Alters ist, und dass man oft nicht viel braucht, um sie sichtbar zu machen.Trotz mancher Schicksalsschläge in seiner Familie hat Raymund nie den Mut verloren. Er findet Freude und Trost in der Natur, besonders in den Vögeln, deren Freiheit und Leichtigkeit ihn seit jeher faszinieren. Mit dem Cucuc Motiv hat Raymund wieder zu mehr Kreativität gefunden, und war sichtlich erfreut, dass er seine Kunst sich jetzt auf Kleidung wiederfindet.

Die Sonnenwiese von:

Rosemarie berthold (99 Jahre)

Rosemaries Kunst zeigt, dass Kreativität nie leise wird. Auf einem Bauernhof aufgewachsen, hat sie früh gelernt, die Schönheit im Einfachen zu sehen. In ihrem Kunstwerk „Die Sonnenwiese“ fängt sie das warme Licht eines späten Sommertages ein und zeichnet damit ein Symbol für Hoffnung und Lebensfreude.Nach schweren Jahren, in denen ihr Mann aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte und bald an seinen Verletzungen starb, zog sie ihre drei Kinder allein groß. Ihr Rat an die Jugend: „Immer kämpfen und vorwärts schauen, dann wird alles wieder gut.“Heute genießt sie die Gemeinschaft im Altersheim, ruhig, warmherzig und voller Licht, das bleibt, auch wenn der Tag sich neigt.

Die Blumenvase von:

Edith Walter (84 Jahre)

Das Kunstwerk von Edith erinnert an die Zurückhaltung der Künstlerin selbst. Sie hat viele Jahre gearbeitet: Im Wirtshaus, im Haushalt und bei der Erziehung ihrer Kinder und kennt das Gefühl, wenn der Tag lang war und man trotzdem zufrieden zurückblickt. „Die Blumenvase“ zeigt genau dieses Empfinden: die stille Freude an dem, was bleibt, wenn man viel geschafft hat. Im Altersheim ist sie oft auf dem Bänkle vor ihrem Zimmer zu finden, immer offen für ein gutes Gespräch. Singen und Malen gehören zu ihrem Leben wie das Atmen – in der Kirche, mit Freunden oder einfach für sich. In ihrer Kunst wird sichtbar, was sie auszeichnet: Bescheidenheit, Lebensfreude und die Gabe, das Schöne im Alltäglichen zu erkennen.

Der Kirschbaum von:

Elfriede Klein

Elfriede Klein ist eine unglaublich humorvollewarmherzige und lebensbejahende Frau. Aufgewachsen auf einem Bauernhof, hat sie viele Jahre liebevoll auf ihre Kinder aufgepasst - und dabei nie das Lachen verloren.Was wir von Frau Klein lernen?Lebe im Moment!Ihr Kunstwerk zeigt einen Kirschbaum, der vor ihrem Haus stand und sie ihr ganzes Leben begleitet hat. Sie freut sich riesig, dass ihr Baum nun auf einem T-Shirt zu sehen ist – und somit weiterlebt und viele andere Menschen begleitet.

Elfriede Klein, Künstlerin des Kirschbaums

Das Kamel von:

Adam Kränzler

Adam Kränzler hat viel erlebt. Aufgewachsen im ehemaligen Jugoslawien, führte ihn sein Weg durch zahlreiche Städte und sogar ein Jahr lang aufs Kreuzfahrtschiff – als Konditor. Heute genießt er die ruhigeren Seiten des Lebens: Spaziergänge am Main, eine Runde Rommé und neuerdings wieder das Zeichnen. Sein erstes Motiv: ein Kamel – minimalistisch als One-Line-Zeichnung. Sein Rat an die Jugend: Neues wagen und das Leben schätzen! Klare Worte von einem, der genau das getan hat.

Der Fruchtjoghurt von:

Karin Schmitt

Karin Schmitt ist eine Konzeptkünstlerin – zurückhaltend, aber mit einer klaren Handschrift. Statt viel über sich zu erzählen, lässt sie lieber ihre Kunst sprechen. Mit besonderer Vorstellungskraft und einem Gespür für das Abstrakte schafft sie Werke, die Raum für Interpretation lassen und zum Nachdenken anregen. Ihr Fruchtjoghurt ist jetzt Teil unserer Kollektion – vielleicht war das erst der Anfang.

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